Haarausfall: sieben Fragen rund um Geheimratsecken, Haarverlust und Co.

Für viele Menschen wird das Thema Glatze im Laufe ihres Lebens Realität: Haarausfall hat zu 95 % genetische Gründe und trifft Männer weitaus häufiger als Frauen. Wie kommt es dazu, dass die dichte Mähne schütter wird, sich Geheimratsecken zeigen und langsam die spiegelblanke Kopfhaut sichtbar wird? Die Ursachen für Haarausfall bei Frauen und Männer erfährst du hier – zusammen mit den besten Tipps zu Behandlung und Vorbeuge.

Warum fallen meine Haare aus?

Haare haben eine begrenzte Haltbarkeitsdauer. Solange sich auf dem Kopfkissen oder im Kamm nicht mehr als rund 100 Stück täglich finden, gilt Haarausfall nicht als krankhaft. Sind es mehr und das über einen längeren Zeitraum, können verschiedene Ursachen für den Haarverlust verantwortlich sein.

Wann muss ich bei Haarausfall zum Arzt?

Ein paar Haare täglich verliert jeder Mensch. Fällt das Haar jedoch in grösseren Mengen aus, kann auch eine Mangelerscheinung oder gar eine Krankheit dahinterstecken. Faustformel hier: Mehr als einhundert Haare täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen sollten abgeklärt werden.

Wird Haarausfall vererbt?

Die berühmte Stirnglatze, die Geheimratsecken und der spärliche Haarkranz rund um eine blanke Kopfhaut tragen viele Männer ab einem gewissen Alter. Diese Form des Haarausfalls ist zu 95 % erblich bedingt, sie ist nicht krankhaft. Deshalb muss sie auch nicht medizinisch behandelt werden. Dennoch leiden viele Menschen verständlicherweise darunter, besonders dann, wenn sie bereits in jungen Jahren ihre Haare verlieren. Oft zeigen sich bereits im Jugendalter erste Anzeichen. Hier gilt: Je früher der Ausfall beginnt, desto ausgeprägter wird der Verlauf des Haarausfalles sein. Auch bei Frauen kommt der anlagebedingte Haarausfall vor. Hier ist er allerdings seltener. Meistens werden die Haare vom Scheitel her dünner und weniger, insgesamt wirkt das Haar lichter und dünn. Eine anlagebedingte Glatze bei Frauen ist dagegen eher selten.

Wie lange dauert es, bis ich eine Glatze habe?

Wenn der Haarausfall nicht krankhaft, sondern anlagebedingt ist, kann es unterschiedlich lange dauern, bis du eine Glatze bekommst. Möglicherweise auch gar nicht, denn: Auch die Geschwindigkeit, mit der sich der Kahlschlag ausbreitet, ist erblich bedingt. Allerdings hat nach ihrem 50. Geburtstag bereits die Hälfte aller Männer eine Stirnglatze, Geheimratsecken oder eine vollständige Glatze.

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Haarausfall und Erkrankungen der Haarwurzeln bei Frauen: Ursachen, Behandlung und Massnahmen

Wenn Frauen über den ganzen Kopf verteilt Haare verlieren, spricht man von diffusem Haarausfall. Er kommt besonders häufig in der Schwangerschaft vor. Haarverluste treten aber auch als Nebenwirkungen bei Hormontherapien oder durch hormonelle Verhütungsmittel auf. Kreisrunder Haarausfall kann genetische, aber auch krankheitsbedingte Ursachen haben. Immer häufiger erleiden Frauen Haarausfall, weil sie mit Stress, psychischen und körperlichen Belastungen zu kämpfen haben. Kommen noch hormonelle Störungen oder Schwankungen dazu, zum Beispiel in den Wechseljahren oder der Schwangerschaft, können dünnes Haar und Haarverlust folgen. Hier können Ernährung und ein veränderter Lebensstil ein Weg sein, den Haarausfall zu stoppen. Der erste Schritt sollte jedoch ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen sein, um die Ursache für den Haarausfall zu klären.

Warum bekommen Frauen Haarausfall am Kopf in der Schwangerschaft?

Während und noch häufiger nach der Schwangerschaft verlieren viele Frauen überdurchschnittliche Haarmengen. Dies hängt mit den grossen Hormonumstellungen während der „Kugelzeit“ zusammen. Während der neun Monate produziert der Körper hohe Mengen des Hormons Östrogen. Das sorgt unter anderem für dichtes, glänzendes und volles Haar. Nach der Geburt fällt der Hormonspiegel drastisch ab – und ein Teil der Haare fällt wieder aus. Nach rund einem halben Jahr pendelt sich der Hormonhaushalt wieder ein und auch das Haarwachstum erreicht dann sein normales Mass wieder.

Was sind die besten Tipps und Mittel gegen Haarausfall bei Männern und Frauen?

Eine gesunde Ernährung enthält alle Nährstoffe, die der Körper braucht. Auch die Haare leben davon: Über die Haarwurzeln gelangen wichtige Stoffe zur Versorgung ins Haar. Wichtig sind hier Eisen und Biotin, Zink und Kupfer sowie die Vitamine B und C. Im Handel sind inzwischen spezielle Kapseln zu bekommen. Mit einer ausgewogenen, vitalstoffreichen Ernährung erhalten die Haare ebenfalls alles, was sie für ihr Wachstum und ein langes Leben benötigen.

Die wichtigsten Schritte hier im Überblick:

  • Ursache ärztlich abklären. Der Dermatologe kann den Grund für den Haarverlust herausfinden und rät dem Patienten eventuell zu geeigneten Therapien.
  • Ernährung anpassen: Ein vitalstoffreicher Speiseplan kann als Vorbeugemassnahme auch bei genetisch bedingtem Haarausfall helfen, haben Studien ergeben.
  • Haarpflege überprüfen: Gerade bei diffusem Haarausfall kann ein Übermass an Pflegeprodukten oder ein aggressiver Inhaltsstoff Grund für den Verlust sein. Lass dich im Zweifel vom Arzt beraten. Bezüglich Shampoo und Pflegeprodukten kann dich auch der Coiffeur beraten.
  • Medikamente gegen Haarverlust: Bei erblich bedingtem Haarausfall kommen Medikamente wie Finasterid (bei Männern) oder Minoxidil ( für Frauen) in Frage. Welcher Wirkstoff geeignet ist, entscheidet der Arzt.
  • Haartransplantation: Zunehmend entscheiden sich Patienten mit erblich bedingtem Ausfall für eine Behandlung mittels Transplantation. Dabei werden Haare mitsamt Haarwurzeln von weniger betroffenen Stellen auf die kahlen Flächen versetzt. Diese Behandlung ist allerdings nicht günstig.
  • Stress reduzieren, Alltag umgestalten: Gerade bei vielfacher Belastung im täglichen Leben kann eine ausgewogene Work-Life-Balance helfen, den Stresssymptomen vorzubeugen.

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