Graue Haare: wenn die Farbe das Haar verlässt

Bei manchen kommen sie früher, bei anderen später: Graue, manchmal auch silbrige oder weisse Haare mischen sich in die rote, braune oder schwarze Haarpracht. Manche Frauen und auch Männer tragen den aktuellen Granny-Style mit Stolz, andere setzen auf Coloration oder Intensivtönung. Ein frühzeitiges Ergrauen kann rückgängig gemacht werden, wenn die Ursache beseitigt werden kann. Ob du graue Haare verhindern oder einfach mehr über Ursachen, Pflege und Stylingtipps wissen möchtest: In diesem Artikel erfährst du mehr.

Wie entstehen graue Haare bei Männern und Frauen?

Unsere natürliche Haarfarbe – blond, braun, schwarz oder rot – entsteht durch das Pigment Melanin. Unser Körper produziert diesen Stoff selbst und lagert ihn unter anderem in den Haarwurzeln ab. Dort sorgt er für die Ausprägung der individuellen Haarfarbe. Um Melanin herzustellen, brauchen wir die Aminosäure Tyrosin. Diese wiederum stellt der Körper mit zunehmendem Alter in immer geringerem Masse her. Die färbenden Melaninpartikel gelangen nicht mehr ins Haar, und die „ungefärbten“ Haare sehen für das menschliche Auge grau oder weiss aus. Übrigens beginnt die Graufärbung meist an den Schläfen, weil die Haare dort schneller ausfallen und eine kürzere Lebensdauer haben. Hier wird der fehlende Melanin-Nachschub also zuerst sichtbar.

Pflege für Körper und Seele: Wie kann ich graue Haare verhindern?

Nicht nur das Alter, sondern auch die Gesundheit hat Einfluss darauf, wie lange der Körper nötige Pigmente produzieren kann. Graue Haare können wie viele andere Symptome auch auf Nährstoffmangel oder Krankheiten hinweisen. Starke Veränderungen wie die Wechseljahre wirken sich bei Frauen auf den Hormonhaushalt und damit auf die Nährstoffversorgung aus. Insofern haben Ernährung und Lebenswandel in gewissem Mass tatsächlich Einfluss darauf, wann erste graue Haare wachsen. Krankheiten, aber auch Stress und ungesunde Lebensmittel können Ursache für das frühzeitige Ergrauen sein. Eine ausgewogene, mineralstoffreiche Ernährung und hochwertige Lebensmittel statt Alkohol und Nikotin sowie eine gesunde Work-Life-Balance ist in Sachen Haarfarbe die beste Vorbeugung.

Was kann ich gegen graue Haare tun?

Wann sich erste graue Strähnen in das Haupthaar mischen, ist auch genetisch bedingt. Bei manchen setzt der Vorgang schon kurz jenseits der dreissig ein, andere freuen sich weitere zwei Jahrzehnte über ihre kräftige Naturhaarfarbe. Im hohen Alter werden Haare schliesslich ganz weiss. Dagegen lässt sich abgesehen von der gesunden Ernährung und der Stressreduktion nur wenig tun. Möchtest du dennoch deinen Naturton weiter tragen, dann helfen dir

  • Färben,
  • Coloration und
  • Renaturierung.

Bei der Renaturierung werden künstliche Substanzen wie Eumelanin aufgetragen, die sich in den Haarwurzeln einlagern und das fehlende Melanin ersetzen. Diese Repigmentierung führt im Idealfall zu einem besonders natürlichen Ergebnis. Die ursprüngliche Haarfarbe lässt sich mit Hilfe künstlicher Pigmente zurückgewinnen – allerdings ist das bisher nur für dunkle und braune Töne möglich.

Coloration oder Intensivtönung: Welche Farbe deckt graues Haar am besten ab?

Grundsätzlich gilt: Graue Haare sollten am besten mit sanften Farbtönen coloriert oder gefärbt werden. Schwarze Töne stellen einen harten Kontrast dar – deshalb greifst du besser zu weichen Braun- oder Rottönen. Je heller die Ausgangsfarbe war, desto besser decken Coloration und Intensivtönung. Wer nur erste graue Strähnen verdecken möchte, kann dies mit blonden Strähnchen effektiv tun. Dadurch ergibt sich ein dynamischer, changierender Effekt unterschiedlicher Farbtöne, der besonders natürlich wirkt. Die Tönung hält weniger lange als Färben, ist aber besonders für den Anfang zum Ausprobieren hilfreich. Ausserdem belastet die Tönung das Haar weniger als die Coloration.

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Graue Haare aufpeppen: wie geht das?

Strähnen, Färben oder doch ein schwungvoller Schnitt und peppiger Style – graues Haar lässt sich genauso vielfältig frisieren wie jede andere Farbe:

  • Feines Haar profitiert eher von kurzen, stufigen Schnitten. Sie fallen frech ins Gesicht und wirken jung und lebendig.
  • Für dicke Haare kann eine unkomplizierte Bobfrisur schön und praktisch zugleich sein.
  • Fransen und Pony verjüngen optisch und geben aktuelle Trends wieder.
  • Der Stirnpony mogelt ausserdem erste Stirnfältchen weg.

Bringst du Farbe ins Spiel, setze anfangs auf Strähnchen. Gerade in naturblonden Haaren sorgst du damit für tolle Farbspiele. Schwarze Strähnen passen zur ehemals naturschwarzen Mähne. Komplettes Färben wirkt hier zu hart, weil auch der Hautton sich im Laufe der Jahre ändert. Warme, mittelbraune Töne passen auch dann perfekt zu ehemals braunen Haaren, wenn die ursprüngliche Haarfarbe deutlich dunkler war.

Graue Haare in jungen Jahren: Warum schwindet die natürliche Haarfarbe so früh?

Ein besonderer Fall: Schon weit vor dem dreissigsten Geburtstag werden die Haare grau. Gerade Frauen leiden stark unter frühzeitig ergrautem Haar. Grund dafür können Krankheiten, Nährstoffmangel oder Stress sein, bei manchen ist das Phänomen allerdings genetisch bedingt. Wichtig ist hier die Ursachenforschung. Du solltest dich mit deinem Arzt besprechen und herausfinden, ob die grauen Haare krankheitsbedingt sind und welche Möglichkeiten es gibt, die natürliche Haarfarbe zurückzubekommen.

Warum sind graue Haare dicker?

Im Alter verändert sich nicht nur die Haarfarbe, sondern auch seine Struktur. Der gesamte Prozess des Haarwachstums verändert sich, und die nachwachsenden „Grauen“ sind dicker und wachsen zudem schneller. Dieser Vorgang hat genetische Ursachen. Bei Männern und Frauen ist diese Entwicklung übrigens identisch. Allerdings wird das Haar im Laufe der Zeit lichter, was zumindest zum Teil durch die dickeren Einzelhaare optisch ausgeglichen wird. Generell gilt: Die veränderte Zusammensetzung macht besondere Pflege nötig. Spezielle Kuren und milde Shampoos können helfen, die Mähne langfristig lebendig und glänzend zu erhalten – egal, ob in Silbergrau, in Kupfer oder in coloriertem Braun.

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